A u d i o s k r i p t
Stefan Geiger
9.
Stefan II - Gruppe 1995
Der
wahrnehmende Aspekt
Bad Dürkheim,
5.7.1995
aufgezeichnet von Werner Fuchs,
geschrieben von Christine Fuchs
ã Stefan Geiger, Ó Christine Fuchs
D e r w a h r n
e h m e n d e A s p e k t
Seid gegrüßt,
liebste Freunde, in dieser erweiterten Runde! Wir möchten zu Beginn erst einmal
die Energien hier in Bewegung bringen und euch auffordern, euch etwas zu
bewegen, euch zu strecken, zu gähnen und zu spüren, was der Körper braucht.
Spürt in euren
Körper hinein! Wo möchte er sich lockern? Gähnt ein wenig! Verzieht das
Gesicht! Hebt die Schultern! Laßt sie wieder fallen! Streckt euch!
Versucht zu
spüren, wie die Energie dadurch in eurem Körper in Fluß kommt! Atmet tief ein
zwischendurch und laßt beim Ausatmen
die Energie von Anspannung los! Stöhnt ein bißchen, wenn ihr das wollt, und
laßt euch etwas gehen!
Euer Körper
zeigt, was er braucht. Versucht euch wohl zu fühlen in eurem Körper!
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Wir haben das
letzte Mal über den i n n e r e n B e o b a c h t e r gesprochen, über einen inneren
Bewußtseinspunkt, von dem aus ihr in der Lage seid, euch selbst von außen zu
beobachten. Ihr könnt während einer Handlung, während einer Tätigkeit oder
einer Begegnung in einen inneren Bewußtseinspunkt oder Fokus hineingehen, um
wahrzunehmen, was denn eigentlich abläuft in euch und vielleicht in der
Begegnung.
Indem ihr dies
tut, lernt ihr euch mehr und mehr kennen, und dieses Kennenlernen ist ein
wesentlicher Aspekt der Entwicklung von euch selbst. Um sich zu entwickeln, muß
man einfach wissen, w i e m a n
f u n k t i o n i e r t , wie die Psyche funktioniert, wie die Gefühle
funktionieren, warum in bestimmten Situationen bestimmte Gefühle auftauchen,
und dies kann nicht gründlich genug beobachtet werden.
Ihr könnt dies
an ganz einfachen Dingen feststellen. Wie z.B. reagiert ihr auf einen Mercedes,
oder auch auf Schokoladeneis oder auf einen schönen oder eurer Meinung nach
eher häßlichen Menschen? Wie reagiert ihr innen drin? Was tauchen da für Ideen
auf? Welche Gefühle tauchen da plötzlich auf? All das könnt ihr wahrnehmen. All
das könnt ihr beobachten von diesem inneren Beobachter aus. Der Sinn und der
Zweck dieser Wahrnehmung ist zu verstehen, wie das eigene innere, psychische,
emotionale System reagiert, und damit zu verstehen, wer ihr seid, was ihr
darstellt.
Dazu wollen
wir heute noch einmal eine Übung machen. Dieser w a h r n e h m e n d e A
s p e k t innerhalb eures Daseins und eures Ichgefühls, dieser wahrnehmende
Aspekt ist aber nur ein Aspekt, ein wesentlicher, aber nur ein Aspekt in eurer
Psyche.
Der zweite
große wesentliche Aspekt eures Daseins
ist der kreative, der erschaffende und der
g e s t a l t e n d e A s p e k
t , bei dem ihr nicht wahrnehmend, rezeptiv, aufnehmend seid, sondern handelnd,
aktiv, durchgreifend und eure Energien nach außen tragend.
Beide Aspekte,
sie werden z.B. in den östlichen Philosophien
Y i n u n d Y a n g
genannt, beide Aspekte sind wichtig und müssen in einem bestimmten
ausgeglichenen Verhältnis stehen. So wichtig es ist, sich zu beobachten, seine
Muster kennenzulernen, sein inneres Gefühl, sein inneres System aus diesem
Fokuspunkt des Beobachters heraus kennenzulernen, genauso wichtig ist es sich
auszudrücken, sein Leben zu gestalten, seine Kreativität fließen zu lassen.
Wie ihr wißt,
seid ihr Wesen, die sich ihr Leben erschaffen. All das, was euch begegnet, all
das, was auf euch zukommt an Gefühlen, an Menschen, an Situationen und an
Umfeld, all das habt ihr erschaffen. All das ist erschaffen aus eurer
ureigensten Kreativität heraus.
Um dieses E r s c h a f f e n d e r
i n d i v i d u e l l e n e i g
e n e n R e a l i t ä t geht es letztendlich. Aber um zu verstehen,
wie erschaffe ich das eigentlich, dafür wiederum ist die Wahrnehmung wichtig,
die Wahrnehmung des eigenen Systems, wie ich funktioniere.
Nun sollten
beide Aspekte in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Wer sich nur noch
beobachtet, wird in eine Krise stürzen. Wer nur noch hinterfragt, warum ist das
so, belastet oder betont viel zu sehr den wahrnehmenden, den hinterfragenden
Aspekt seines Daseins, und es besteht dabei die Gefahr, den kreativen Aspekt
völlig zu vernachlässigen.
Im kreativen
Aspekt kommen die meisten Energien in Fluß. Der wahrnehmende Aspekt ist der
ruhende Aspekt, bei dem ihr Einflüsse
von außen auf euch wirken laßt. Der kreative oder aktive Aspekt ist der Teil,
bei dem ihr eure ureigensten Energien, Emotionen, Gefühle, Vorstellungen zum Ausdruck
bringt für euch und andere Menschen, für euer Umfeld, indem ihr das nach außen
tragt, was ihr seid, was aus euch heraussprudelt.
Die kreative
Seite zu sehr zu betonen ist ebenfalls nicht gut. Das sind dann Menschen, die
sehr viel tun, die sehr aktiv sind, die sehr viel nach außen gehen, die
mitunter eine sprudelnde, vielleicht auch eine nervöse Energie besitzen, die
all ihre Energien nach außen werfen, die ihre Vorstellungen, ihre Gefühle, ihre
Ideen und ihre Tatkraft ständig aktiv halten und sich keine Zeit dafür nehmen,
sich zu besinnen, zu schauen, was tue ich denn eigentlich.
Solche
Menschen sind sehr oft in dem Geschehen, in der Tätigkeit, mit der sie gerade
beschäftigt sind, so stark involviert, daß sie den Überblick verlieren. Das
Streßsymptom, das ihr heute kennt in eurer Zeit, hat damit zu tun, daß ihr
mitunter als Menschen zu aktiv seid, daß euch die Dinge, die ihr tut oder mit
denen ihr konfrontiert seid, völlig vereinnahmen. Es führt dazu, daß ihr
automatisch reagiert und agiert, daß ihr manchmal wie ein Kämpfer in der
vordersten Front aktiv seid, ohne zu wissen, was sonst noch geschieht, und ohne
den Überblick zu haben.
Diesen
Überblick soll euch der Bewußtseinspunkt des Beobachters verschaffen. D.h.
beide Aspekte, der wahrnehmende Teil und der aktiv kreative Teil, gehören zu
euch, sind wichtig und müssen aber in einer
a u s g e w o g e n e n B a l a
n c e stehen.
Wir haben mit
euch einmal eine Übung gemacht, in der
es auf der einen Seite darum ging, sich stark zu fühlen wie ein Bär, die
aktiven Energien neben sich aufsprudeln zu lassen, sich aufzublasen und die
aktive innere Urenergie zu spüren. Und dann gab es auf der anderen Seite den
anderen Pol, bei dem es darum ging, ganz fein und ganz sensibel zu sein wie
vielleicht eine zarte Blume. Letztendlich solltet ihr in dieser Übung diese
beiden Punkte zusammenbringen, d.h. die aktive, ausdrucksstarke nach außen
drängende Energie und die passive, sensible, feine, wahrnehmende Energie.
Das ist ein
kleines Kunststück, so etwas zu machen, aber wenn euch das gelingt, dann seid
ihr ein ausgeglichener Mensch. Ihr könnt handeln, aktiv sein und aber
gleichzeitig bewußt wahrnehmen, was geschieht. Ihr ruht in euch, in eurem
Beobachterfokus, schaut, wenn man so will, von hinten und im Kopf durch die
Augen nach vorne heraus, nehmt euch selbst
wahr, wie ihr seid, agiert, und fühlt gleichzeitig, sprecht mit jemandem
oder tut etwas.
Diese beiden
Pole zusammenzubringen fördert ungemein ein Gefühl der Ausgeglichenheit, ein
Gefühl der Ruhe und ein Gefühl der tiefen Verbundenheit mit all dem was ist,
fördert ein Geborgenheitsgefühl, denn beide Energien oder Qualitäten sind im
Fluß, der aktive Pol und der passiv wahrnehmende Pol, Yin und Yang oder, wenn
man möchte, männlich und weiblich.
Wir wollen zu
beiden Qualitäten heute eine Übung machen. Wir wollen jetzt aber noch einmal an
die Übung des Beobachtens anknüpfen.
Ü b u n g
Gähnt, atmet
tief ein, streckt euch noch einmal! Macht es euch bequem! Legt euch hin, wenn
ihr möchtet!
Spürt in euren
Körper hinein und laßt die Impulse zu, die da entstehen in euch! Spürt die
Impulse, nehmt sie wahr und folgt ihnen! Gähnt!
Spürt den
Atem! Wie will euer Körper atmen? Welcher Atem entspannt?
Der Körper ist
ein sehr gutes Übungsfeld, wenn man Beobachtung üben möchte. Schaut intensiv
und spürt intensiv nach innen und dann gebt den Impulsen nach, die da sind!
Kratzt euch
oder gähnt! Atmet tief oder weniger tief und nehmt wahr, wie es euch befreit,
wenn eure Energien in Fluß kommen, wenn ihr den Impulsen folgt!
Spürt euren
Atem! Seid mit der Aufmerksamkeit beim Atem!
Jeder von euch
spielt in dem Leben hier, in dem ihr seid, eine für ihn ganz charakteristische
Rolle. Wir wollen heute eine Übung machen, in der ihr versucht, mehr über diese
Rolle herauszufinden, die ihr spielt in eurem Leben, und damit mehr von euch zu
verstehen, mehr von den Themen zu verstehen, warum ihr hier seid, mehr zu
verstehen von dem Punkt, an dem ihr gerade seid, und durch das Hinschauen ein
tieferes Gefühl zu euch selbst zu bekommen und zu eurer ureigenen Identität.
Stellt euch
nun vor, ihr sitzt in einem Kino oder in einem Theater! Und stellt euch
weiterhin vor, daß ihr eine Szene seht aus eurem eigenen Leben, eine Szene aus
eurer Jugend oder Kindheit, die für euch wichtig war! Stellt euch vor, diese
Szene wird in diesem Film gespielt, ihr spielt dort mit, und dann beobachtet
euch in dieser Szene!
Schaut dann,
welche Rolle habt ihr dort gespielt! Welche Rollen haben die anderen Personen
gespielt? Ihr wart noch ein Kind! In welcher Umgebung hat das stattgefunden?
Ihr könnt
diesen Film immer vor und zurücklaufen lassen, je nach dem, für was ihr euch
interessiert. Studiert eure eigene Rolle und die Rolle der anderen Personen!
Nehmt wahr, wie unterschiedlich die Rollen sind, die die einzelnen Menschen
gespielt haben! Nehmt die ganze Szenerie wahr, die Atmosphäre! Nehmt die Themen
wahr, die in dem Film oder dem Stück vorkamen! Um was ging es in diesem Film,
in dem ihr mitgespielt habt als Kind?
Schaut Szenen
an, die damit in Zusammenhang stehen! Ihr könnt den Film vor oder zurückspulen.
Ihr könnt die Szenen mehrmals anschauen. Ihr könnt den Schauspielern sagen, sie
sollen eine andere Sequenz spielen.
Dann
beobachtet wieder die Rolle, die ihr gespielt habt, und die Rolle, die die anderen
Menschen gespielt haben.
Dann macht
eine kleine Pause in diesem Film, zieht den Bühnenvorhang zu und sinnt nach
darüber, was ihr gesehen habt, über diesen Film, über dieses Stück! Geht noch
einmal die Szenen durch! Schaut euch noch einmal die einzelnen Darsteller an,
eingeschlossen euch selbst! Sinnt nach, was das Ganze vielleicht sollte, was es
mit euch zu tun hat! Versucht zu begreifen, warum ihr gerade in diesem Film
mitgespielt habt, in diesem Theaterstück! Nehmt diese Szenen in euch auf als
etwas, das zu euch gehört! Nehmt sie in euer Herz, auch wenn ihr nicht alles
begreift! Ihr müßt nicht analysieren, sondern einfach nur hinschauen und
darüber nachsinnen.
Dann spult den
Film wieder vor, bis ihr vielleicht in eurer Pubertät seid oder an einem Punkt,
den ihr gerne noch einmal anschauen wollt! Begreift euch wieder als Zuschauer,
als Beobachter und stellt euch vor, wie eine andere Sequenz eures Lebens jetzt
auf der Leinwand oder auf der Bühne gespielt wird!
Sucht eine
ganz bestimmte Szene und laßt die abspielen! Laßt die einzelnen Akteure agieren
und schaut, wie ihr selbst agiert als junger Mensch. Und dann beobachtet
einfach, was passiert in diesem Film, in diesem Schauspiel! Beobachtet von
außen, welche Menschen, welche Themen, welche Dramen da gespielt werden!
Nehmt euch als
Schauspieler und die Rolle der anderen wahr! Welche Rolle spielt ihr, welche
Rolle spielen die anderen? Wie geht es weiter?
Dann haltet
den Film wieder an, macht eine Pause, zieht den Bühnenvorhang zu! Sitzt in der
Pause auf eurem Stuhl und fragt euch, was wahr da interessant an den Szenen,
die ihr gesehen habt! Was hat euch berührt? Hätte man die eine oder andere
Szene anders spielen können? Sinnt einfach darüber nach ohne eine bestimmte
Absicht!
Fragt euch,
warum seid ihr in diesem Film, in diesem Theaterstück! Warum schaut ihr euch
das an? Was hat euch daran interessiert an diesen Themen?
Dann spult den
Film wieder vor und bittet die Schauspieler eine Szene zu spielen, die noch
nicht so weit zurückliegt in eurem Leben, aber für euch wichtig und von
Bedeutung war! Verfahrt in der gleichen Weise! Stellt euch vor, die Szenen
spielen sich auf dieser Leinwand oder der Bühne ab und beobachtet einfach, was
da stattfindet!
Beobachtet als
Zuschauer! Beobachtet die Menschen, die Umgebung, die Atmosphäre des Films oder
des Stücks! Und schaut einfach liebevoll auf euch als Schauspieler! Schaut
liebevoll auf die anderen Menschen, die da spielen!
Schaut, wie
geht es weiter! Was entwickelt sich in diesem Film oder Schauspiel?
Und dann laßt
diese Szene oder diese Szenen auch wieder enden! Haltet den Film an, zieht den
Bühnenvorhang zu oder laßt ihn zugehen und sinnt noch ein wenig über diese
Bilder nach, die ihr gesehen habt, über die Rollen der einzelnen Menschen, über
eure Rolle und über die Themen!
Und jetzt seid
euch bewußt, wie weit der Film inzwischen gelaufen ist oder das Schauspiel!
Seid euch bewußt, wo ihr jetzt steht in eurem Leben! Aber bleibt Zuschauer in
diesem Kino oder Theater! Wißt, wie weit der Film inzwischen gelaufen ist und
stellt euch jetzt vor, der Film ist plötzlich abgerissen, die Schauspieler
wissen nicht mehr weiter, und ihr werdet zum Regisseur ernannt!
Ihr sollt
diesen Film weiter formen, komponieren! Fragt euch, wie könnte der Film
weitergehen! Wie wollt ihr, daß der Film weitergeht? Was könnte passieren in
diesem Film oder diesem Schauspiel? Phantasiert ein wenig! Probiert in
Gedanken, wie ein Regisseur verschiedene Möglichkeiten auswählt, die sich
ergeben könnten! Was macht Sinn? Wie entwickelt sich der Hauptdarsteller, der
ihr seid, weiter? Was würde zu ihm passen? Verändert er sich? Treten neue
Schauspieler, neue Rollen auf den Plan? Welche Ereignisse würden euch als
Regisseur gefallen?
Und denkt
daran, es ist ein Film, ein Schauspiel! Gibt es Lösungen für die Themen?
Dann laßt die
Schauspieler verschiedene Möglichkeiten durchspielen, auch euch selbst als
Schauspieler! Phantasiert einfach frei!
Ihr könnt den
Schauspielern Anweisungen geben, eure Wünsche äußern, wie sie spielen sollen.
Und vielleicht findet ihr eine Fortsetzung des Films oder des Schauspiels, die
euch gefällt und entspricht, zu der ihr ja sagen könnt.
Laßt nun von
dieser Arbeit ab, sagt zu euch als Regisseur: Ich werde das noch überdenken!
Ich werde mir das noch offen halten, wie der Film weitergeht oder das
Schauspiel, vielleicht so oder so. Fragt euch, ob ihr bewußtes Interesse habt,
diesen Film oder dieses Schauspiel weiter zu gestalten, diese Rolle des
Regisseurs einzunehmen im Leben!
Nehmt euch
vor, in den nächsten Tagen und Wochen, euch an die Sequenzen, die ihr jetzt
gesehen habt, zu erinnern, an diese wichtigen Sequenzen aus eurem Leben zu
erinnern, diesen Film, dieses Spiel zu erinnern, immer wieder einmal in einer
ruhigen Minute daran zu denken oder vielleicht gar andere Sequenzen
anzuschauen, Sequenzen wiederholt anzuschauen, um zu verstehen und zu
begreifen: Was ist das für ein Stück, in dem ihr da mitspielt, und welche Rolle
spielt ihr? Welche habt ihr gespielt und welche wollt ihr spielen?
Und jetzt
streckt euch wieder ! Bewegt euren Körper! Atmet! Gähnt! Laßt etwas aktive
Energie in euren Körper hinein!
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Nun, sein
Leben, sein Dasein, seine Rolle aus der Perspektive eines völlig außenstehenden
Beobachters, Zuschauers anzuschauen, ist höchst interessant und höchst
effektiv. Ihr geht so weit aus den
Situationen heraus, öffnet euer Bewußtsein so weit nach außen, entfernt euch
von eurem eigenen Leben und seht das Ganze als Spiel oder Film, daß ihr einen
völlig anderen Überblick gewinnen könnt. Ihr erhaltet völlig andere Einsichten
über das, was da geschieht in eurem Leben, über die Rolle, die ihr und die
Rolle, die andere Menschen spielen, über die Themen, die dort stattfinden, über
die Dramen, die da ablaufen, über die Spannung, die dort herrscht.
Ihr könnt auf
neue und eigenartige Weise ein anderes
V e r s t ä n d n i s e u r e
s L e b e n s und eures Daseins
gewinnen. Dies ist nicht unbedingt ein intellektuelles Verständnis. Es entsteht
ein tiefes inneres Verständnis oder Wissen, ein neuartiges inneres Lebensgefühl
und eine Verbundenheit mit dem Leben, die vorher nicht in der Weise da war,
einfach durch den Überblick, den ihr euch verschafft, einfach dadurch, daß ihr
euch völlig herausstellt aus dem Ganzen, daß ihr heraustretet und einfach nur
zuschaut von außen.
Dies ist eine
sehr extreme Weise des Beobachtens. Eine solch extreme außenstehende
beobachtende Haltung kann normalerweise während des Tagesablaufes, während des
aktiven Handelns nicht eingenommen werden, wohl aber zwischendurch immer wieder
in einer stillen Minute.
Versucht z.B.
das Geschehen, das euch beschäftigt, von außen zu sehen, die Rollen der
einzelnen Menschen, die Situationen, die Spannungen, die Thematik, die
Verwicklung, all das von außen anzuschauen, nicht um das genau zu analysieren!
Das könnt ihr tun, wenn ihr das wollt, aber legt die Rollen nicht zu sehr fest,
benennt die Rollen nicht zu rigide, klassifiziert die einzelnen Schauspieler
nicht zu sehr, z.B. der eine hat den bösen Vater und der andere den guten. So
etwas wird euch in die Irre führen. Versucht stattdessen die Thematik als
Ganzes mit verschiedenen Aspekten zu erfassen!
Wir wissen,
daß dies zu Beginn nicht ganz einfach sein wird. Es erfordert etwas Übung, es
erfordert etwas Konsequenz, es immer wieder zu versuchen mit verschiedenen
Situationen oder am Abend, wenn man sich ruhig und gemütlich ins Bett legt und
sich dann vielleicht noch ein paar Minuten mit Beobachtung beschäftigt. Wenn
ihr darin ein bißchen geübt seid, könnt ihr das auch zwischendurch machen,
vielleicht beim Auto fahren, aber nur wenn ihr sicher Auto fahrt, vielleicht in
einer ruhigen Minute zwischendurch.
Ihr werdet
sehen, es wird euch in eurem Leben völlig andere Perspektiven eröffnen und ein
Grund, warum ihr hier seid und warum ihr euer Leben verändern wollt, sind neue
Perspektiven zu bekommen, neue Ausblicke zu bekommen, neue Richtungen für euer
Leben wahrnehmen zu können. All das ist möglich, indem ihr diese extreme
Beobachterposition einnehmt.
Es wurde in
dieser Übung auch schon der a k t i v
e A s p e k t eures Lebens und eures Daseins sichtbar in dem Teil, als ihr
aufgefordert wurdet, R e g i s s e u
r zu spielen. Ihr seid in der Tat in
eurem Leben Zuschauer, Regisseur, Schauspieler, Bühnengestalter, alles in
einem. All diese Pole könnt ihr einnehmen. Ihr könnt Zuschauer sein,
Schauspieler, Regisseur.
Das normale
Bewußtsein ist das des Schauspielers, der vielleicht gar nicht merkt, daß er
die ganze Szenerie, die ganzen Themen, die ganzen Dramen gestaltet. Deshalb
diese Übung, die Position des Zuschauers zu betrachten und dann sogar die
Position des Regisseurs einzunehmen.
Ihr seid in
der Tat all dies, und ihr gestaltet dieses Schauspiel mit euren inneren
Energien. All das, was im Außen abläuft, gestaltet ihr durch euer Denken, euer
Fühlen und speziell durch die
I n t e n s i t ä t e u r e
r G e f ü h l e . Die starken Gefühle
haben die kreativsten und intensivsten Kräfte, die am meisten gestalterischen
Kräfte, so daß das, was euch emotional am meisten bewegt, sei es nun Ärger,
Wut, Eifersucht, das Gefühl von Not, von Alleinsein oder sei es Freude, Glück,
Zufriedenheit, all diese Gefühle gestalten euer Leben.
Diese Gefühle
stehen nicht für sich allein, sie folgen euren inneren Gedanken und Gedankensystemen.
Deswegen auch die Beobachtung, damit
ihr lernen könnt, wie gestaltet ihr euer Leben. Was läuft in mir ab? Welches
sind die gestaltenden Kräfte? Welches sind die gestaltenden Muster? Dazu werden
wir das nächste Mal eine Übung machen, Gestaltungskräfte und wie kann ich sie
verändern.
Und damit
möchten wir jetzt noch Gelegenheit zu Fragen geben.
F r a g e n
Teilnehmer: Ich hatte
jetzt wieder ein Problem mit dem Gestalten. Eine der Szenen, die mir kam, war
die Beerdigung meines Vaters. Er ist im Krieg hier am Oberrhein von einer
französischen Mine zerrissen worden, und an der Rheingrenze, an der ja sonst
noch keine Kampfhandlungen waren, war ich mit meiner Mutter zur Beerdigung dort, und es war so richtig friedensmäßig
noch mit großem Aufzug und Blaskapelle und allem Drum und Dran. Es war ein
Zustand, in dem ich emotional total versteinert war. Deshalb hat mich wohl
dieses Bild auch angezogen, weil es eines der Dinge war, wo ich meine Gefühle
absolut verschlossen habe. Wobei ich aber jetzt wieder Schwierigkeiten kriegte,
war das, was du danach gesagt hast, ich habe diese Szene mitgestaltet. Und dann
kam die Frage: Inwieweit habe ich auch den Tod meines Vaters mitgestaltet oder
habe ich nur diese Umstände mitgestaltet, wie die Beerdigung war? Wie weit geht
dieses Mitgestalten? Warum habe ich diese Erfahrung dann gehabt eigentlich? Ich
habe ein gewisses Gefühl davon, daß es ganz wichtig war für das, was später
kam, dieses emotionale Sichverschließen, aber irgendwie verstehe ich trotzdem
nicht, wie weit mein Einfluß auf die ganzen Ereignisse ging.
Stefan II: Nun, diese Frage ist sehr interessant
und auch sehr wesentlich. Aber sie ist nicht unbedingt einfach zu beantworten,
wenn sie denn überhaupt intellektuell beantwortet werden kann. Der wesentliche
Aspekt dieser Übung ist einzutauchen in diese Bilder, sie wahrzunehmen und zu
begreifen, daß das Geschehen, das da stattgefunden hat, mit eurer jetzigen
Identität etwas zu tun hat.
Ja, das ist ganz klar!
Sag uns, wie
alt warst du da?
15 oder 16 - ja,
Mitte 15!
Um so eine
Szene mehr zu verstehen, wäre es sinnvoll, sich jetzt zu fragen, welche
früheren Szenen stehen damit in Zusammenhang, wo ist eine ähnliche Energie
aufgetreten. Wo sind Gefühle in ähnlicher Weise entstanden? Wo gab es eine
solche Atmosphäre? Du bist nicht verantwortlich für den Tod deines Vaters,
sondern du bist verantwortlich dafür, daß du das erlebt hast, wenn man so will.
Diese Verantwortung ist aber keine bewußte, für die man sich schuldig fühlen
muß, sondern deine Kräfte, diese inneren Energien haben dazu geführt, daß du
diese Szene erlebt hast. Die haben dich dahin gezogen. Da gab es etwas, das
dich verband mit deinem Vater. Da gab es etwas, wo dich der Tod beschäftigt
hat.
Aus solchen
Impulsen heraus z.B. aus einer Verbindung mit einem Menschen und aus der Frage
heraus, was ist Tod, oder auch aus Angst vor dem Tod kann eine solche Szene
entstehen, kann es sein, daß man eine solche Szene in sein Leben ruft. Das
Interesse an einer Person, das Interesse an einem bestimmten Thema führt dazu,
daß man eine Szene erlebt, die diese Themen beinhaltet.
Nun der Tod
ist für euch alle Thema. Auch der Vater oder die Eltern sind für die meisten
Thema. Eine solche Situation, ein solches Begräbnis entsteht auf ganz
natürliche Weise, ganz allgemein gesagt aus dem Interesse am Tod, am Leben und
am Tod und aus dem Interesse an einer nahestehenden Person. Wenn du z.B. keine
Beziehung zu deinem Vater gehabt hättest in der Weise, dann hättest du das
vielleicht nicht erlebt.
So ungefähr
kann man versuchen solche Situationen zu begreifen. Ihr seht, das ist jetzt
nicht eindeutig. Es gibt dafür keine einfache Aussage, warum ich das erlebt
habe, sondern euer Leben ist wie ein Baum, der wächst und ganz viele Blätter
treibt, und all eure Szenen, die ihr erlebt, könnt ihr als ein Blatt verstehen.
Alles wächst, alles gedeiht auf eine euch eigene Weise. Ständig entstehen neue
Situationen, ständig wachsen neue Situationen. Ihr verändert euch, euch
interessieren andere Dinge, andere Themen, andere Personen, und schon entstehen
andere Situationen mit anderen Personen, mit anderen Themen.
Innen drin mit
eurem Interesse, mit eurer Aufmerksamkeit, mit eurem Gewahrsein, mit euren Gefühlen, d.h. mit eurer Liebe und
mit den Gefühlen der Ablehnung, des Hasses, gestaltet ihr die Ereignisse in
eurem Leben, zieht sie an, erschafft sie. Das gilt auch für den H a ß , z.B.. Haß ist der Versuch, Dinge
abzulehnen, Dinge wegzuschieben aus eurem Leben, Haß ist ja so etwas wie eine
extreme Ablehnung. Aber gerade die intensiven Gefühle, die mit Haß verbunden
sind, ziehen Ereignisse, die dazu passen, an,
A n g s t z.B., die Dinge, vor
denen ihr intensiv Angst habt, treten wahrscheinlich in euer Leben, weil auch
Angst ein starkes Gefühl sein kann.
Gibt es noch
weitere Fragen?
Teilnehmer: Ja,
wenn diese starken Gefühle irgendwann
entstanden sind wie Haß z.B., wie kann das wieder in Fluß kommen, daß sie sich
auflösen, so daß sich nicht ähnliche Gefühlszustände wiederholen müssen?
Stefan II: Nun ein wesentlicher Aspekt ist der, daß
man sagt, ich möchte solche Gefühle nicht mehr haben, daß man sich erst einmal
entscheidet und sagt, ich will das so nicht mehr. Dann, ein Aspekt ist der, daß
man genau beobachtet, in diesen Beobachter geht, wenn solche Gefühle
auftauchen.
Ein ganz wesentlicher,
außerordentlich wichtiger Punkt ist das Bewußtsein darüber, w a n n
taucht das auf, in welchen Szenen, in welchen Begegnungen und wie seid
ihr dann berührt. Damit in Verbindung ist es auf jeden Fall sinnvoll, in seinem
Leben zurückzuverfolgen, wann ist so etwas entstanden, wann ist dieses Gefühl,
z.B. von Haß, aufgetaucht in eurem Leben, das immer wieder anzuschauen,
zurückzuverfolgen. Gab es ein Schlüsselerlebnis, bei dem ihr euch entschieden
habt, in diesen Haß zu gehen, eine Person oder einen Gegenstand abzulehnen?
Wenn es
eine S c h l ü s s e l s i t u a t i o
n gab, dann ist es gut dieses zu
verstehen, sie z.B. wie einen Film von außen anzuschauen: Was ist da passiert,
daß ihr euch entschieden habt, in diese Haltung zu gehen? Wer hat da welche
Rollen gespielt? Es ist gut zu verstehen, daß da vielleicht Menschen waren, die
auch nur aus Hilflosigkeit so gehandelt haben, aus Unwissenheit. Haß entsteht
ja meistens aus Verletzung heraus. Jetzt ist es gut sich anzuschauen von außen
als Zuschauer, warum hat der eine den anderen verletzt, was waren dessen
Motive. War bei ihm schon Verletzung vorher?
Es ist
sinnvoll, sich diese Situation anzuschauen, seine Position wahrzunehmen, die
Position des anderen genau anzuschauen, warum hat er so gehandelt, um dann
letztendlich zu verstehen und verzeihen zu können. Indem man versteht, warum
jemand anderer einen verletzt hat, kann man verzeihen, und mit dem V e r z e i h e n ändert sich die zentrale Bedeutung dieses Schlüsselerlebnisses
ganz enorm. Man verzeiht jemand, und damit weicht der Haß.
Macht die
Antwort so Sinn für dich?
Ja! So vieles ist dann, wenn das so frühe Erlebnisse sind,
auch verborgen, es ist so schwierig dann diese Facetten, um wirklich verzeihen
zu können, diese Facetten zu sehen, weil die so verborgen sind, die sind weg.
Wenn dich das
wirklich interessiert, dann suche dir
jemand, der dir dabei behilflich ist, der dich da hineinführt und dich von
außen begleitet, damit du genau die einzelnen Rollen, die einzelnen
Begebenheiten, die Gefühle der anderen Menschen, die Handlungsmotive der
anderen Menschen wahrnehmen kannst. Du kannst dies alles genau wahrnehmen, ganz
genau.
Das Wissen ist
alles da. Es ist nur die Frage, wie kommt man dran. Brauche ich vielleicht
Hilfe dafür? Das Wissen ist alles in euch. Ihr könnt genau verstehen, warum
andere Menschen so oder so gehandelt haben. Das ist alles in euch vorhanden. Da
könnt ihr hinschauen, und wenn euch das aber nicht alleine gelingt, dann könnt
ihr jemanden fragen, der euch da begleitet.
Für viele
Menschen, auch bei dir, ist das
exakte g e n a u e V e r s t e h e n dessen, was da passiert ist in einer solchen Schlüsselsituation,
ganz wichtig, denn um wirklich verzeihen zu können, muß man wirklich verstehen.
Es reicht nicht zu sagen, ich verzeihe, wenn der Groll noch innen drin ist. Das
kann man hundert mal sagen, es wird nicht nützen.
Aber wenn man
wirklich einen anderen Menschen versteht, d.h. sein Wissen und sein Herz für
ihn geöffnet hat und versteht, daß dieser andere Mensch in letzter Konsequenz
nicht bösartig gehandelt hat, sondern vielleicht auch nur hilflos war und
deshalb euch Schmerz zugefügt hat, dann könnt ihr wirklich verzeihen. Und dann
können sich eure Energieströme, d.h. auch eure Gefühle entscheidend verändern.
Manche
Menschen brauchen dieses genaue Hinschauen nicht. Sie können sagen, was
interessiert mich der alte Kram. Ich versuche mein Herz zu öffnen für andere
Menschen, und wenn ich Ablehnung spüre für jemand, dann öffne ich mich noch
mehr und versuche diesen Menschen jetzt zu verstehen, nehme einfach eine offene
Haltung ein. Manchen Menschen gelingt es. Die meisten brauchen eine intensive
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Indem ihr das
übt z.B. in dieser Übung, die wir heute gemacht haben, einen Film anzuschauen,
könnt ihr mehr und mehr dahinterkommen, warum bestimmte Dinge, bestimmte
Haltungen, bestimmte Gefühle entstanden sind. Indem ihr Szenen immer wieder
ablaufen laßt, indem ihr vielleicht die Schauspieler bittet, die Szene noch
einmal zu spielen, könnt ihr verstehen. Vielleicht - das wäre eine Möglichkeit
- könnt ihr die Schauspieler fragen, warum handelt ihr denn überhaupt so, warum
tut ihr das, z.B. wenn ihr eine Szene anschaut, in der ihr ein kleines Kind
wart, könnt ihr stoppen und die Schauspielerin fragen, die eure Mutter gespielt
hat , warum handelst du so. Das ist eine Möglichkeit.
Ihr könnt
natürlich z.B. auch versuchen in der Stille in Entspannung eurer Mutter in
Liebe zu begegnen, versuchen sie zu visualisieren und dann ein Gespräch mit ihr
zu beginnen. Die anderen Menschen sind in euch., speziell die Teile, die euch
beschäftigen, die ihr vielleicht haßt, das Wissen ist alles in euch.
Es bedarf nur
einer gewissen Übung, einen Zugang zu bekommen, und ihr werdet sehen, es hat
etwas sehr Schönes, sehr Liebevolles, wenn ihr wirklich in Kontakt kommt, auch
wenn ihr allein seid für euch selbst
mit anderen Menschen, mit denen ihr zu tun habt. Ihr könnt euer Herz
dadurch öffnen, ihr könnt dadurch verstehen, ihr könnt dadurch verzeihen. Und es
wird eine Verbundenheit, ein Gefühl von Geborgenheit in euch für dieses Leben
entstehen, einfach weil ihr begreift.
Ist da noch
eine Frage?
Teilnehmer: Ich habe noch
eine Frage. Ich habe den Stefan vorher schon gefragt, und zwar ging es um die
........, wie wir letztes Mal zusammen waren, und da kam der Satz von dem
Ganzwerden, von dem Bedürfnis ganz zu sein,
und Stefan sagte, ich soll euch fragen. Ich wollte eigentlich wissen,
was das bedeutet.
Stefan II: Was Ganzwerden bedeutet!
Ja!
Im Grunde haben
wir ein Stück weit gerade darüber gesprochen. Wenn ihr die Szenen eures Lebens
in eurem Herzen tragen könnt und ja sagen könnt zu all dem, was da geschehen
ist und ein Verbundenheitsgefühl entwickelt habt, ein Gefühl entstanden ist von
Geborgenheit mit diesen Menschen, mit diesem Film oder Schauspielern, mit eurer
Vergangenheit, dann entsteht so etwas wie ein Gefühl von Ganzheit.
G a n z h e i
t bedeutet, sich verbunden fühlen mit
allem, sich nicht abgeschnitten fühlen, sich nicht benachteiligt fühlen, sich
nicht ausgeschlossen fühlen. Das bedeutet umgekehrt, nichts auszuschließen,
nichts abzulehnen, allem in Liebe begegnen zu können.
Diese Position
des Beobachters oder Zuschauers hilft euch dabei, diese Ganzheit wahrzunehmen,
diese Ganzheit in euch entstehen zu lassen. Es ist kein intellektuelles Wissen.
Man könnte es als Wissen des Herzens bezeichnen. Es ist ein tiefes Gefühl von,
ich bin hier zu Hause in diesem Leben. Es ist ein Gefühl, die Bedeutungen der
Themen zu erahnen, die in eurem Leben eine Rolle spielen.
Macht das so
Sinn für dich? Befriedigt dich die Antwort?
Irgendwie bin ich so nicht ganz da, habe ich den Eindruck.
Ich bin gedanklich schon sehr beschäftigt, ja.
Du warst
gedanklich ....
sehr beschäftigt damit.
Jetzt in der
Übung?
Die ganze letzte Zeit. Ich beschäftige mich in letzter Zeit
sehr viel damit mich zu fragen, was das mit mir zu tun hat, was mir begegnet.
Ja! Dann frage
nicht soviel! Schau dir die Dinge immer wieder und immer wieder an und sage zu
dir selbst : Ich will davon mehr verstehen! Trage diesen Wunsch in dir, mehr
verstehen zu wollen und sei gewiß oder vertraue darauf, daß dieses Verständnis
kommen wird!
Wenn ihr
zuviel fragt, werdet ihr nicht verstehen können. Wenn man dauernd alles
hinterfragt und eine klare und eindeutige Antwort haben möchte und vielleicht
auftauchende Antworten wieder hinterfragt und immer fragt und fragt und fragt,
dann werdet ihr nicht verstehen. Dies heißt nicht, daß ihr nicht fragen sollt,
nur nicht zu viel. Das Hinschauen ist schon ein ganz wesentlicher Aspekt und
einfach das Annehmen. Der Versuch, die Szenen in euer Herz hineinzunehmen,
anzunehmen als etwas, was zu euch gehört, dadurch kann Ganzheit und auch
Verständnis entstehen.
Damit wollen
wir uns verabschieden und euch viel Glück wünschen auf eurer Reise zu eurer
eigenen Ganzheit.